Musik und Bewegung

Bewegte Sprachförderung mit Musik

Musik hat eine direkte Wirkung auf die Gefühlswelt. Das Lernen mit Musik kann den Effekt haben zu motivieren, das Lernen zu beschleunigen, positive Emotionen zu erzeugen und zu beruhigen, sowie das Erlernte besser zu behalten.

Das Singen spielt eine wichtige Rolle in der kindlichen Entwicklung. Durch das Vertraut machen mit Kinderliedern werden beispielsweise die für das Sprechen notwendigen Voraussetzungen, wie Wortschatz, Sprechrhythmus, Blickkontakt sowie Sprechmelodie vermittelt und geschult.

Die Bewegung ist ein wichtiges Medium der Wahrnehmung, der Entwicklung der Vorstellungskraft und des Ausdrucks. Durch Tänze und Bewegungsspiele wird die motorische Geschicklichkeit der Kinder verbessert. Im Vordergrund stehen dabei die Freude am Tanzen, am Experimentieren mit Bewegung und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper.

Indem man als Lehrkraft eigene Bewegungen und Handlungen verbal ausdrückt, ermöglicht man den Kindern, das Gesagte direkt mit der dazugehörigen Bewegung zu verbinden. Dies kann dazu beitragen, dass Kinder mit Deutsch als Zweitsprache bestimmte Kontexte schneller begreifen können, da sie die Bewegung dazu kennen oder sich diese besser einprägen können. Mit dieser Methode lassen sich Bewegungsabläufe (z.B. beim Hüpfen) erklären. Außerdem kann man durch Gesten (Daumen hoch beim Loben, mit den Händen einen Kreis bilden, wenn man sich in der Mitte treffen möchte, etc.) das Gesagte unterstreichen.

Neben der Verbalisierung der eigenen Bewegung und Handlung kann man auch die Kinder sprachlich begleiten. Dadurch hören die Lernenden, welches Wort oder welcher Satz zu ihrer eigenen Bewegung passt, z.B. „Du drehst dich jetzt im Kreis.“ usw.
Im Bewegungsraum bietet sich die Möglichkeit, unterschiedlichste Verben und Bewegungsformen auszuführen. Dabei lassen sich die Vielzahl von Bewegungsverben am eigenen Körper erfahren, z.B. laufen, rennen, schleichen, stampfen, wackeln, springen, hüpfen etc.
Beim Verbalisieren von Bewegungen und Handlungen ist es wichtig, die eigene Bewegung langsam auszuführen und währenddessen deutlich zu sprechen, sowie Bewegungen und Worte oder Sätze zu wiederholen, damit sich die Bewegung sowie die Sprachmuster einprägen können.
Für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache kann es schwierig sein, neue Wörter genau zu verstehen. Daher sollte man als führende Person klar und deutlich sprechen und Wörter nicht verschlucken. Einerseits müssen dialektale Einflüsse vermieden werden. Andererseits sollte man nicht überspitzt jedes Wort einzeln betonen, da dies unnatürlich wirken könnte.
Mittels Reimen in Handgestenspielen entwickelt sich durch den differenzierten Einsatz der Finger die Feinmotorik der Hände und parallel dazu die Funktion der Stimmbänder. Das Sprachzentrum im Gehirn befindet sich nicht ohne Grund direkt neben dem Zentrum der Motorik der Hände.